Shipbreak

In Shipbreak wird Ende der 90er ein amerikanisches Handelsschiff nach seiner letzten Reise in Bangladesch verschrottet und rezykliert. Es ist die Geschichte eines Frachters, der, an seiner endgültigen Destination angekommen, für eine Reihe von Menschen zum Prüfstein wird: für die amerikanischen Schiffsbauer, die ihn in den frühen 60er bauten, für die Seeleute, die vierzig Jahre lang auf ihm arbeiteten und für die Schiffsverschrotter in Bangladesch, die ihn hauptsächlich von Hand in seine Einzelteile zerlegten. Aber auch für die vielen Menschen im Deltabereich, die aus dem Metall, den Schrauben, Ketten und Drähten des zerlegten Frachters ein Meer von Alltagsgegenständen herstellen – es ist ihr Versuch, an der Wirtschaft teilzunehmen, ihr Beitrag an die Infrastruktur des Landes. Shipbreak beschreibt, wie ein Schiff, ganzheitlich betrachtet, vor allem eines sein kann: Existenzgrundlage. Für jene, die an den Entwürfen und am Bau mitwirken, für jene, die es über die Weltmeere begleiten und für jene, die es am Ende auseinandernehmen und weiterverarbeiten. Alles Menschen, die im Grunde nichts miteinander zu tun haben und doch plötzlich durch etwas Grossartiges miteinander verbunden sind: das Handelsschiff als Quelle ihres Lebensunterhalts. Reproduktionen der Schiffsentwürfe, Aufnahmen der Instandsetzung und Bilder der Verschrottung und der daraus resultierten Recycle-Objekte erzählen in Shipbreak das Leben dieses amerikanischen Handelsschiffs. Ein Schiff, das vierzig Jahre lang auf hoher See war und heute in Form von Schaufel, Schere, Trommelstock, Mörser und Shiva-Skulptur weiterlebt. (Claudio Cambon)

EUR 52,00
184
1st edition 2015
Künstler
Gebunden, 176 Seiten, 80 Farbabbildungen
22.8 × 28 cm
ISBN: 978-3-905929-84-3